Wer die Wahl hat....
Machen Sie sich Gedanken über Ihren Platzbedarf bzw. Größe der Apsiden und die Anzahl der Eingänge. Wenn mit viel Regen zu rechnen ist, brauchen Sie viel Platz im Zelt zum Kochen, Lagern und "Abhängen".
Wichtig sind in diesem Zusammenhang auch gute Belüftungsmöglichkeiten und ein eingehängtes Innenzelt, das sich so trocken bei Regen aufstellen lässt. In wärmeren Regionen ist es von Vorteil ein Modell zu wählen, dass
ohne Außenzelt aufgebaut werden kann.
Zuerst sollten Sie sich auf eine Zeltform (Kuppelzelt, Tunnelzelt oder Geodät Zelt) festlegen.
Kuppelzelte:
sind Allrounder und eignen sich besonders gut für Einsätze auf Schnee, Fels, Sand oder losem Kies, da sie durch die sich kreuzende Gestängebögen selbsttragend sind. Lediglich die Apsiden müssen abgespannt werden.
Allerdings erfordert es mehr Kraft und Geschick ein Kuppelzelt im Sturm aufzubauen.
Tunnelzelte:
eignen sich besonders für Trekking- und Radtouren aller Art. Sie haben eine bessere Raumnutzung als Kuppelzelte, da die Seitenwände steil ansteigen. Sie sind relativ einfach auch im Sturm aufzubauen und stehen recht sturmfest.
Allerdings sind Tunnelzelte nicht selbsttragend und müssen gut abgespannt werden-und das ist auf hartem Untergrund oft schwierig.
Geodät:
haben ihren Einsatzschwerpunkt auf Wintertouren, auf Expeditionen und in sturmgeplagten Regionen. Durch 3 bis 6 Gestängebögen wird eine Vielzahl von Kreuzpunkten erreicht, die dem Zelt eine kugelähnliche, sehr stabile
Form verleihen. Allerdings sind Geodäten schwerer, teurer und schwieriger aufzubauen.
Zeltformen:
Die meisten Zelte, die sich heutzutage auf dem Markt befinden, sind sogenannte Doppeldachkonstruktionen, d.h. es gibt ein Innen- und ein Außenzelt. Bei dieser Art von Zelt wird ein wasserdampfdurchlässiges (atmungsaktiv)
Innenzelt von einem wasserdichten Außenzelt überspannt. Der Abstand zwischen Innen- und Außenzelt spielt eine wichtige Rolle.
Außenzeltmaterialien und Eigenschaften:
Polyester - ist hoch UV-stabil, versprödet kaum bei intensiver Sonnenbestrahlung ist hoch reißvest, unempfindlich gegen Feuchtigkeit, leicht und extrem scheuerfest. Die Polyesterfaser verrottet nicht.
Polyester-Rip-Stop - ist noch reißfester und noch strapazierfähiger. In regelmäßigem Abstand von ca. 5 mm zieht sich ein kräftiger Kett- und Schußfaden durchs Gewebe und gibt wichtige Stabilität.
Nylon - versprödet kaum bei intensiever Sonnenbestrahlung, hohe Scheuer- und Reißfestigkeit. Material dehnt sich aber bei Nässe und ist sehr UV-empfindlich.
Beschichtung und Eigenschaften:
Polyester und Nylonmaterialien sind von Natur aus nicht wasserdicht. Dichtigkeit erreicht man durch Beschichtung des Gewebes. Das bei hoher Luftfeuchtigkeit oder über Nacht durch Verdunstung entstehende Kondenswasser kann aufgrund der Beschichtung nicht entweichen. Die überschüssige Feuchtigkeit kondensiert am Außenzelt und läuft an der Innenseite des Zeltes ab. Dies kann nur bei ausreichender Belüftung vermieden werden.
Polyurethan (PU + PE) und Silikon sind sehr hochwertige Beschichtungen mit hoher Dichte und guter Eignung für Außenzelte und Böden.
Wassersäulen = Wasserdichtheitsprüfung:
Auf einer gespannten Fläche Stoff von 10 qcm wird in einem Rohr Wasser mit seinem Eigendruck auf das Material gegeben. Der Wert, bei dem das Wasser beginnt sich tröpfchenweise durch das Material zu drücken wird als Wassersäule bezeichnet. Die DIN-Norm sieht für Außenzelte einen Wert von 1500 mm vor.
Gestängearten:
Aluminium - geringes Gewicht und Bruchfestigkeit
Fiberglas / GFK - günstiger Preis und Top-Leistung. Die Bruchbelastung ist jedoch sehr hoch.
Stahl - sehr robust und schwer. Galvanisch verzinkt und sehr langlebig. Geeignet für Zelte mit langer Standzeit.
Tipp:
Der dauerhafte Wert eines Zeltes steht in unmitelbarer Abhängigkeit zur Pflege. Pflegen Sie Ihr Zelt regelmäßig. Verwenden Sie bei feuchter Reinigung eine milde Seifenlauge und einen weichen Schwamm. Benutzen Sie keine Insektensprays, da die öligen Zusätze die Wasserdichtigkeit verschlechtern. Bewahren Sie Ihr Zelt trocken auf. Ein Zelt erhält seine Stabilität durch richtiges aus- und abspannen der Zelthaut. Materialdefekte haben häufig ihre Ursache in der nicht ausreichenden Befestigung. Nutzen Sie alle am Zelt angenähten Abspannmöglichkeiten. Achten Sie darauf, daß die Abspannpunkte am Boden im richtigen Winkel zum Zelt Stehen, senkrecht eingeschlagene
Erdnägel oder Heringe lockern sich leichter als in Gegenrichtung schräg befestigtes Abspannzubehör.